SIB-Ausflug ins Münchner Dreimühlen-, Großmarkt- und Schlachthofviertel

Am Mittwoch, den 10. Juni 2026, führte unser jährlicher SIB-Ausflug in das Münchner Dreimühlen-, Großmarkt- und Schlachthofviertel. Begleitet von der Münchner Gästeführerin Gabriele Katterloher tauchten wir in die Geschichte eines Viertels ein, dessen Wandel vom Industrie- und Arbeiterstandort zum begehrten Wohn- und Kulturquartier bis heute an nahezu jeder Straßenecke erlebbar ist.

Das Wetter zeigte sich zwar eher von seiner regnerischen Seite, weshalb einige Mitglieder leider zugunsten ihrer Genesung nicht teilnehmen konnten. Die Teilnehmer vor Ort ließen sich davon jedoch nicht die gute Laune verderben und genossen einen informativen, abwechslungsreichen und geselligen Nachmittag.

Unsere Stadtführerin verstand es hervorragend, die Geschichte des Viertels mit zahlreichen Anekdoten und historischen Hintergründen lebendig werden zu lassen. Dabei erfuhren wir Wissenswertes über die ehemalige Handschuhfabrik Roeckl, die Entstehung des Schlacht- und Viehhofs, die Großmarkthalle und die Entwicklung des Quartiers vom Industrie- und Arbeiterstandort zum heutigen Wohn-, Kultur- und Szeneviertel.

Besonders interessant war die Bedeutung der historischen Mühlbäche für die Entwicklung des Viertels. Der Westermühlbach und weitere aus der Isar abgeleitete Wasserläufe lieferten über Jahrhunderte die notwendige Energie für Mühlen, Handwerksbetriebe und spätere Industrien und gaben dem Dreimühlenviertel letztlich sogar seinen Namen. Die Wasserkraft bildete die Grundlage für die Ansiedlung zahlreicher Gewerbebetriebe und späterer Industrien, darunter auch die traditionsreiche Handschuhfabrik Roeckl.

Im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich das Viertel im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Gewerbe- und Arbeiterstandort. Mit dem Schlacht- und Viehhof sowie der Großmarkthalle entstand das Versorgungszentrum Münchens, während sich entlang der Isar und der Mühlbäche Fabriken, Handwerksbetriebe und Wohnhäuser für die Beschäftigten ansiedelten. Über viele Jahrzehnte hinweg prägten Gewerbe, Handel und Industrie das Bild des Viertels.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Quartier jedoch grundlegend gewandelt. Ehemalige Industrie- und Gewerbeflächen wurden schrittweise zu Wohn- und Kulturstandorten entwickelt. Prägend waren unter anderem die Umgestaltung ehemaliger Fabrikareale, die Entwicklung des früheren Rodenstock-Geländes zu einem modernen Wohnquartier sowie die kulturelle Nutzung ehemaliger Bahn- und Gewerbeflächen. Projekte wie die Alte Utting, das Kulturareal Bahnwärter Thiel und der Neubau des Münchner Volkstheaters stehen beispielhaft für diesen Wandel.

Heute zählt das Dreimühlen- und Schlachthofviertel zu den begehrtesten Wohnlagen Münchens. Die Nähe zur Isar, die historische Bausubstanz, das vielfältige gastronomische Angebot und die lebendige Kulturszene machen den besonderen Reiz des Viertels aus. Gleichzeitig spielen Großmarkthalle, Handwerksbetriebe, Gastronomie und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen weiterhin eine wichtige Rolle als Wirtschafts- und Gewerbestandort.

Auch die Zukunft des Viertels verspricht spannend zu bleiben. Für die Großmarkthalle und das angrenzende Schlachthofareal werden derzeit verschiedene Konzepte für eine Modernisierung und Weiterentwicklung diskutiert. Ziel ist es, die historische Bedeutung als Versorgungsstandort zu erhalten und gleichzeitig neue städtebauliche Impulse für die kommenden Jahrzehnte zu setzen.

Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer vom Kulturareal „Bahnwärter Thiel“. Auf einem ehemaligen Bahngelände entstand hier ein kreativer Ort mit ausrangierten U-Bahn-Waggons, Containern, Kunstinstallationen und Veranstaltungsflächen. Das Projekt steht beispielhaft für den gelungenen Wandel des Viertels und verbindet auf einzigartige Weise Industriegeschichte, Kunst und modernes Stadtleben.

Ein weiteres Highlight war die „Alte Utting“, das ehemalige Fahrgastschiff vom Ammersee, das heute auf einer stillgelegten Eisenbahnbrücke über der Lagerhausstraße als Veranstaltungs- und Gastronomieort genutzt wird. Das Schiff ist inzwischen zu einem der bekanntesten Wahrzeichen des Viertels geworden und symbolisiert den kreativen Wandel des ehemaligen Industrieareals.

Den gelungenen Nachmittag ließen die Teilnehmer im Restaurant PIYA in der Zenettistraße ausklingen. Viele waren überrascht vom außergewöhnlich hohen kulinarischen Niveau, der kreativen Küche, dem aufmerksamen Service und dem stilvollen Ambiente. Das PIYA erwies sich für viele Teilnehmer als echte Entdeckung und Geheimtipp im Münchner Schlachthofviertel.

Neben vielen interessanten historischen Fakten und unterhaltsamen Anekdoten haben wir zahlreiche Eindrücke und Erkenntnisse mitgenommen, die uns sicherlich noch viele Jahre in unserem beruflichen Alltag begleiten werden. Schließlich verkaufen wir nicht einfach Immobilien. Wir vermitteln unseren Kunden auch die Geschichte, das Lebensgefühl und die Emotionen eines Stadtviertels. Gerade diese Geschichten und Besonderheiten machen einen Standort oft erst zu einem Zuhause und verleihen einer Immobilie ihren unverwechselbaren Charakter.

Abschließend bedanken wir uns herzlich bei unserem Mitglied Gisela Droemer für die hervorragende Organisation dieses gelungenen Ausflugs.

Unsere Empfehlungen

PIYA Restaurant & Bar

Zenettistraße 11
80337 München
Telefon: 089 54042088
E-Mail: info@piya.de
Website: www.piya.de

Wer moderne orientalisch-mediterrane Küche zu schätzen weiß, dem können wir einen Besuch im PIYA ausdrücklich empfehlen.

Gabriele Katterloher

Offizielle Gästeführerin der Landeshauptstadt München

Telefon: 089 52388455
Mobil: 0151 62714311
E-Mail: gabriele.katterloher@gmail.com

Wer München einmal aus einer besonderen Perspektive kennenlernen möchte, dem können wir Frau Katterloher ausdrücklich empfehlen.

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